Jakob Friedl (Ribisl) – Wie verändern Kunst und Zivilgesellschaft die Politik von unten?
Reallabore, Johannisbeeren und die Sicht von unten: Ein Gespräch über bürokratische Hürden und zivilgesellschaftliches Engagement.
07.02.2026 82 min Alexander Roth
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Episode erläutert Jakob Friedl sein Konzept einer „Stadt von unten“, in der Bürger mehr Eigenverantwortung für ihr direktes Wohnumfeld übernehmen können. Er kritisiert eine mangelnde Zusammenarbeit städtischer Ämter und bürokratische Hürden, die zivilgesellschaftliche Projekte wie den Gemeinschaftsbau im Ostpark seit Jahren blockieren. Friedl thematisiert zudem die langfristigen Folgen von Korruption für die Stadtplanung, etwa die Entstehung von „Gated Communities“ statt durchmischter Quartiere. Er plädiert für die Schaffung niederschwelliger Begegnungsräume, um soziale Isolation und Klassismus entgegenzuwirken. Abschließend skizziert er seine Vision für 2032, in der Leerstände selbstbestimmt genutzt werden und Bürger ihre Ideen leichter umsetzen können.
Hinweis zu den ersten 10 Minuten Leider hat uns in den ersten zehn Minuten der Aufnahme die lebendige Akustik des KfE einen Strich durch die Rechnung gemacht: Die Hintergrundgeräusche waren so laut, dass die Audiospur unbrauchbar wurde.
Aber keine Sorge – der Inhalt ist nicht verloren! Da der Einstieg ins Gespräch bereits äußerst spannend war, habe ich die ersten zehn Minuten für euch transkribiert. Den Link zum Google Doc findet ihr hier; dort könnt ihr den Text nachlesen oder ihn euch bequem per KI vorlesen lassen. Danach starten wir im Podcast direkt mitten in das Gespräch rein.
Folgen-Intro
Jakob Friedl ist kein klassischer Berufspolitiker. Der Künstler und Stadtrat blickt aus einer „Bottom-Up“-Perspektive auf Regensburg und fordert mehr Mut zu echten Reallaboren im Stadtgebiet. Wir sprechen über seinen „Kaufladen für Erwachsene“ im Osten der Stadt, der als Nachbarschaftstreff, Werkstatt und Foodsharing-Zentrale fungiert. Friedl erklärt, warum er die Stadtverwaltung oft als gelähmt wahrnimmt und wie Korruptionsfolgen das Gesicht von Vierteln nachhaltig verändern. Eine Folge über die Bedeutung von Johannisbeersträuchern im Straßenraum, den Kampf gegen Klassismus und die Frage, warum er für seine progressive Politik eine eigene Wählerplattform gründen musste.
Kapitelmarken
00:00:01 Intro und Vorstellung 00:01:14 Ämterzusammenarbeit: Wo Bürokratie die Zivilgesellschaft blockiert 00:06:47 Der „Kaufladen“: Ein soziales Reallabor im Regensburger Osten 00:11:32 Vision OB: Eigenverantwortung und Stadtverwaltung von unten 00:15:04 Stadtplanung: Korruptionsfolgen und die Gated Community 00:24:35 Politische Entfremdung: Warum Menschen sich abwenden 00:32:59 Gründung der Ribisl-Partie: Kunst als politisches Werkzeug 00:44:05 Ja/Nein-Runde: Klare Kante zu Stadtbahn und Baulandmodell 00:46:27 Haushaltskritik: Marketing-Events versus Quartiersprojekte 01:01:46 Baulandmodell: Wohnqualität und die Angst vor dem Ausverkauf 01:16:10 Kooperation statt Koalition: Modelle für neue Mehrheiten
Jakob Friedl
Jakob Friedl ist Künstler und Gründer der Wählervereinigung „Ribisl-Partie“, für die er seit 2020 im Regensburger Stadtrat sitzt. Er betreibt in Regensburg Projekte wie das Ribislhaus und den „Kaufladen für Erwachsene“, die als soziale Begegnungsräume und künstlerische Experimentierflächen dienen. Friedl versteht Politik als Werkzeug, um künstlerische Ideen wirkmächtig zu machen und zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume im öffentlichen Raum zu erweitern.
Jakob Friedl ist Künstler und Gründer der Wählervereinigung „Ribisl-Partie“, für die er seit 2020 im Regensburger Stadtrat sitzt. Er betreibt in Regensburg Projekte wie das Ribislhaus und den „Kaufladen für Erwachsene“, die als soziale Begegnungsräume und künstlerische Experimentierflächen dienen. Friedl versteht Politik als Werkzeug, um künstlerische Ideen wirkmächtig zu machen und zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume im öffentlichen Raum zu erweitern.
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